Licher Fotopreis 2007: Künstliche Natur und natürliche Freude
Lich, den 29. Oktober 2007 – „In diesem Jahr gab es für die Fotopreis-Jury so viele Motive zu sichten wie noch nie zuvor in der mehr als zehnjährigen Wettbewerbsgeschichte“, freut sich Dr. Ulrich Peters, Licher Geschäftsführer Technik, in seiner Begrüßung zur heutigen Preisverleihung mit Vernissage für den Licher Fotopreis „Mensch und Natur“ 2007. „Es waren genau 1.632 Bilder, die uns bis zum Einsendeschluss Ende September erreichten!“
Neben Informationen zum Wettbewerbsinhalt und dem Licher Engagement für den Naturschutz gibt es auch praktische Profi-Tipps für die Motivjagd in der Natur vom diesjährigen Gastredner: Der Naturfotograf Norbert Rosing, dessen Fotos schon in Magazinen wie dem „Stern“ oder in „National Geographic“ veröffentlicht wurden, ist vor allem für seine Fotos von Eisbären bekannt. Er spricht über Naturaufnahmen in amerikanischen Nationalparks und zieht Vergleiche zu den hiesigen Naturreservaten wie dem Nationalpark Kellerwald. Hessens einziger Nationalpark ist auch für die Brauerei ein Thema: Mit einer Spendenaktion nach den Sturmschäden durch „Kyrill“ Anfang des Jahres unterstützt Licher die Einrichtung eines Lehrpfades.
Drei Motive und ein zweifacher Preisträger
Der 1. Preis geht in diesem Jahr an Gerold Meppelink aus Emlichheim für sein Motiv „Wassersonnenuhr“. Dr. Ulrich Peters überreicht den von der Brauerei gestifteten Hauptpreis in Höhe von 5.000 Euro. Gerold Meppelink war Lehrer, hat sein Hobby zum Beruf gemacht und arbeitet heute als freiberuflicher Fotograf. Zur Entstehung seines Fotos, das im Rahmen eines Schulprojekts zum Thema Luftaufnahmen entstand, erklärt er: „Ich hatte die niedersächsische Grafschaft Bentheim an der Grenze zu den Niederlanden fotografiert und interessierte mich hauptsächlich für Linien und Strukturen in der Landschaft.“ Für die Juroren gab der optische Effekt den Ausschlag für die Prämierung als Siegerfoto: Das kreisförmige Feld auf dem Acker, das an die Sonne erinnere, vereine mit den Linien der Furchen, dem Wasserstrahl der kreisenden Besprengungsanlage und dem Grün der Büsche verschiedene grafische Elemente und mache das Bild zu einem echten Hingucker. Darüber hinaus seien Bildaufteilung und Lichteinfall perfekt gelungen. Das Spannungsfeld Mensch und Natur komme in der Nutzbarmachung des Bodens und dem Rest natürlicher Vegetation aus Hecken und Büschen zum Ausdruck und werde beim Blick aus der Höhe besonders deutlich.
Den 2. Platz eroberte das Motiv „Stadtstrand" von Markus Schepers-Diekmann, der den Sachpreis im Wert von 3.000 Euro der Leica Camera AG von Günter Osterloh entgegen nahm, dem ehemaligen Leiter der Leica Akademie in Solms und Vorsitzenden der Fotopreis-Jury. Nach der Bewertung unter den anonymisierten Beiträgen stellte sich heraus: Der Architekt und Hobbyfotograf aus Rheine ist kein Unbekannter beim Licher Fotopreis, denn das Siegermotiv 2006 stammte ebenfalls von ihm. Die aktuelle Aufnahme entstand vor wenigen Wochen in Birmingham. „Die sogenannten ‚Stadtstrände’ gibt es ja mittlerweile in beinahe jeder größeren Stadt“, sagt der Preisträger. „Dieser hier passte am Tag der Aufnahme so gar nicht zum echten, grauen Himmel und der eher tristen Umgebung. Mich faszinierte diese in meinen Augen völlig missglückte Illusion von Natur."
Diese künstliche Szenerie aus imitiertem Meer und Strand in urbaner Umgebung gefiel auch den Juroren. Sie vermittle die Sehnsucht des Städters nach Natur und zeige gleichzeitig, wie stark sie der Mensch auf seine Bedürfnisse reduziere.
Von Kurt Fuchs aus Erlangen stammt das Motiv „Karpfenfischer", das mit dem 3. Preis ausgezeichnet wurde. Der Bildjournalist und Fotodesigner entdeckte die Gruppe im November 2006 bei Herzogenaurach während einer Reportage über Land und Leute in Bayern. „Die Jugendlichen haben Karpfenteiche gepachtet und nach zwei Jahren Zucht gerade ihre ersten Karpfen herausgefischt, darunter dieses Prachtexemplar, das einer der Jungs so stolz präsentiert“, erläutert der Profifotograf die Entstehungsgeschichte des Fotos. Carsten Wilke, Leiter der Landesforstverwaltung und Abteilungsleiter Forsten und Naturschutz im hessischen Umweltministerium, übergibt das Preisgeld in Höhe von 250 Euro, das die Naturschutz Akademie Hessen (NAH) stiftet. Das Motiv überzeugte die Juroren durch seine emotionale Bildsprache. Ein gelungener Schnappschuss, der den Besitzerstolz des jungen Mannes einfange, in dem aber auch die Wertschätzung von Natur spürbar werde – die Freude über den prächtigen Fisch, der für den Jugendlichen eben mehr sei als bloß ein Nahrungsmittel.
Ein Tipp mit Klick
Unter Hobby- wie Profi-Fotografen ist der Licher Fotopreis längst kein Geheimtipp mehr. So hat auch der diesjährige Sieger von einem Kollegen und früheren Preisträger davon erfahren. Am Wettbewerb 2007 nahmen insgesamt 598 Fotografen teil. Aus Hessen waren dieses Mal 88 Einsender mit 462 Bildern dabei und 478 Teilnehmer schickten 1.090 Bilder aus anderen Bundesländern zu. Insgesamt 77 Fotos kamen aus Belgien, England, Frankreich, Holland, Italien, Österreich und der Schweiz. „Außerdem hatten wir 2 Fotos aus Australien und 1 aus den USA“, ergänzt Sibylle Trautmann, Leiterin der Licher Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Mitglied der Jury. „Unser Fotowettbewerb ist richtig international geworden, und damit auch unser Ziel, für einen respektvollen Umgang mit Natur zu werben.“
Nach dem Ausstellungsauftakt im Besucherpavillon der Licher Privatbrauerei gehen die aktuellen 50 Fotos inklusive Gewinnermotive ab Januar 2008 auf die traditionelle Tour durch Hessen. Die nächsten Stationen und Termine werden auf der Licher Website www.licher.de veröffentlicht. Die Unterlagen für den Fotowettbewerb „Mensch und Natur 2008“ können zum Jahreswechsel bei Licher, Telefon 06404/82-51 36 oder über die Website/Rubrik Naturerlebnis angefordert werden. Jeder Teilnehmer kann maximal drei Motive einsenden. Einsendeschluss ist der 15. September 2008; es gilt das Datum auf dem Poststempel.
Seit 1995 ruft die Licher Privatbrauerei zum bundesweit ausgeschriebenen Fotopreis „Mensch und Natur“ auf. Partner des Wettbewerbs von Anfang an ist die Leica Camera AG und die Naturschutz Akademie Hessen (NAH). Der einzigartige Wettbewerb ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und mit einem Gesamt-Preisgeld von 8.250 € dotiert. Die ehrenamtliche Jury – unter der Leitung von Günter Osterloh – setzt sich zusammen aus den Bildchefs der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Christian-Matthias Pohlert, sowie der Nachrichtenagenturen von dpa, Hans-Peter Hill, und AP, Oliver Multhaup; dem Geschäftsführer des NAH, Norbert Lemb und einem Vertreter der Licher Privatbrauerei. Von den eingesandten Motiven werden drei prämiert und gehen gemeinsam mit 47 weiteren Bildern auf Ausstellungstournee durch Hessen.
Bild 1: 1. Preis
Motiv „Wassersonnenuhr“ von Gerold Meppelink
Bild 2: 2. Preis
Motiv „Stadtstrand" von Markus Schepers-Diekmann
Bild 3: 3. Preis
Motiv „Karpfenfischer" von Kurt Fuchs
Pressekontakt:
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Licher
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